Briefmarken-Ratgeber
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Guten Morgen, liebe Briefmarkenfreunde !
Eine von vielen Fragen mit Antwort:
Ich lese mich schon seit einiger Zeit hier durch und habe einiges dazu gelernt, was das Thema Briefmarken betrifft. Sammelte in der Kindheit und Jugend Briefmarken. Keine Aboware, eben mehr die Kaufhauspäckchen. Zu mehr reichte zum Glück mein Taschengeld nicht aus. Bekam so ein paar Steckalben zusammen, die ich vor einiger Zeit bei Ebay versteigerte. Ich wollte die minderwertige Massenware einfach weg haben. Vor ca. 5 Jahren fing ich wieder an zu sammeln, nachdem ich bei Ebay festgestellt habe, wie günstig postfrische Briefmarken sein können. Habe mittlerweile Bund (bis 2000) so gut wie komplett, Berlin ab 1950 komplett, DDR ab 1956 komplett (alles postfrisch). Zurzeit beschäftigen mich die Besatzungszonen mit Saarland. Ab dem Jahr 1960 habe ich die Marken bei Ebay mehr als günstig bekommen, wenn man von den damaligen Postpreisen ausgeht. Vor 1960 sehe ich immer zu, daß ich die Marken zu ca. 20 Prozent des Michelpreises bekomme oder sogar noch günstiger. Klappt nicht immer beim ersten Anlauf. Aber dann beim zweiten oder dritten. Hier noch ein Tipp von mir: Samstag zur Bundesligazeit bekommt man die besten Schnäppchen bei Ebay. Jetzt zu meiner Frage: Haben postfrische Briefmarken besonders ab 1960 steigerungspotenzial im Wert? Oder muß man davon ausgehen das die Nachfrage weiter sinkt, weil die Jungend immer weniger Interesse am Briefmarkensammeln hat.
Mit vielen Grüßen Manfred

Aboware, eben mehr die Kaufhauspäckchen. Zu mehr reichte zum Glück mein Taschengeld nicht aus. Bekam so ein paar Steckalben zusammen, die ich vor einiger Zeit bei Ebay versteigerte. Ich wollte die minderwertige Massenware einfach weg haben. Vor ca. 5 Jahren fing ich wieder an zu sammeln, nachdem ich bei Ebay festgestellt habe, wie günstig postfrische Briefmarken sein können. Habe mittlerweile Bund (bis 2000) so gut wie komplett, Berlin ab 1950 komplett, DDR ab 1956 komplett (alles postfrisch). Zurzeit beschäftigen mich die Besatzungszonen mit Saarland. Ab dem Jahr 1960 habe ich die Marken bei Ebay mehr als günstig bekommen, wenn man von den damaligen Postpreisen ausgeht. Vor 1960 sehe ich immer zu, daß ich die Marken zu ca. 20 Prozent des Michelpreises bekomme oder sogar noch günstiger. Klappt nicht immer beim ersten Anlauf. Aber dann beim zweiten oder dritten. Hier noch ein Tipp von mir: Samstag zur Bundesligazeit bekommt man die besten Schnäppchen bei Ebay. Jetzt zu meiner Frage: Haben postfrische Briefmarken besonders ab 1960 steigerungspotenzial im Wert? Oder muß man davon ausgehen das die Nachfrage weiter sinkt, weil die Jungend immer weniger Interesse am Briefmarkensammeln hat. Mit vielen Grüßen Manfred
Antwort:
Dadurch, daß Sie Ihre Briefmarken günstig bis sehr günstig über z.B. eBay einkaufen und offensichtlich auch das Machwerk der Briefmarkenlobby erkannt haben, sind Sie auf einem guten Weg. Ich glaube auch zu erkennen, daß Sie Ihre heutige Sammlung als das Gerüst einer sich langsam zur Hochwertigkeit verändernwollenden sehen. Drei Sammlungsgebiete gleichzeitig "veredeln" zu wollen halte ich allerdings für nicht so empfehlenswert, da das Ganze dann zu langsam und wenig befriedigend voranschreitet. Meine Empfehlung wäre, sich auf ein Gebiet zu beschränken, sich tiefgehendes Wissen zu erarbeiten und es dann mit Spaß voranzutreiben. Jedenfalls ist das meine eigene Erfahrung, mit der ich aus meiner ehemaligen postfrischen 08/15-Berlinsammlung etwas Besonderes gemacht habe - wobei meine Intension allerdings die "Gestempelten" sind. Ich denke, daß, wenn die Schlagzeilen mal wieder Positives über die Philatelie zu vermelden haben, wieder mehr junge Sammler aufs Briefmarkensammeln aufmerksam werden. Nur, das wird den Einzelmarken der letzten 60 Jahre nichts bringen, davon gibt es einfach viel zu viele: Jeder hat sie und jeder hat sie auch noch x-fach als Dubletten - und hunderttausende, altgewordener Sammler wollen ihr Lebenswerk, leider auch vergeblich, "vergolden". Nein, keine Chance.
Der Patient "Briefmarkensammeln" liegt schwerkrank danieder. Einiges deutet auf sein Ende hin. Um ihn herum hat sich der gesamte Clan der "Briefmarkenlobby" versammelt. Man ist entsetzt, nur ganz leise grummelnde Unterhaltung. Wie konnte das in nur 40 Jahren so wahnsinnig schnell passieren? Ganz vereinzelte, sehr zaghafte Vorschläge, man solle vielleicht doch einen Arzt hinzuziehen, werden mit einem ebenso leisen, jedoch sehr bestimmtem "das wird doch viel zu teuer" abgeschmettert. Im Übrigen wissen wir doch selbst woran er erkrankt ist. Nochmalige vereinzelte Versuche: "ja, aber, wenn er stirbt, sind wir wirtschaftlich am Ende"! Pessimisten, Schwarzseher! Wenn er überlebt, ist es auch nicht anders - nein wir müssen hoffen, daß er wieder gesund und jung wird und das alles so hinkriegen, daß alles beim Alten bleibt, wir unsere, zugegeben, nicht ganz lauteren, jedoch einträglichen Geschäfte weiter betreiben können. Also laßt uns weiter überlegen - und abwarten - und ein paar von uns sollten immer an seinem Bett bleiben und klagen, hoffen und beten, klagen, hoffen und beten, klagen, hoffen und bet ......
Ja, es ist ja auch wirklich zu schön, wenn man "seine" Käuferschicht, die der jungen, der Spaß-Sammler, so weit hat, daß sie jeden Mist, sei er noch so teuer, sei er noch so unsinnig, unterstützt mit ein paar unsinnigen Werbeslogans, einfach kauft.
Dieser Markt ist wirklich durch und durch krank. Da werden täglich unzählige Male Unwissenheit, Vertrauen und Begeisterung junger und oft auch älterer Menschen einfach mißbraucht und enttäuscht. Motto bei alledem: kommt einer dahinter, dann gibt er eben auf. Na und? Neue kommen doch nach.
Mit dem "Briefmarken-Ratgeber" möchte ich die Basis schaffen, alle Bereiche zu durchleuchten, alles Negative anzuprangern, nach Möglichkeit alle Tricks zu erkennen und zu besprechen. Dazu können, nein, sollten Sie alle beitragen. Beobachten Sie kritisch und melden Sie was Ihnen auffällt.
Der kritische Sammler wird aber auch selbst Positives leben, erleben und entdecken. Und gerade das ist von größtem Interesse und alle sollten es erfahren.
Seien Sie egoistisch: Helfen Sie den Sammlern!
Denken Sie mal über ein zugegeben äußerst einfaches Beispiel nach: von etwas Sammelwürdigem gibt es 1.000 Stück - und 50 Sammler. Klar, sagt da jeder, das ist ein nichts wert, ein billiger Sammelgegenstand. Jetzt sammeln aber 500, der Ein oder Andere hat den Sammelgegenstand 2- oder 3fach, eventuell in unterschiedlichen Varianten, die Nachfrage ist also größer als das Angebot. Die Preise steigen stark. Das macht andere aufmerksam, es kommen weitere Sammler hinzu, die Nachfrage kann nicht mehr gestillt werden, die Preise explodieren.
Nein, das ist nicht die zwangsläufige Entwicklung allen Strebens, aber auch Zwischenstufen machen Spaß. Konzentrieren wir uns also auf Entwicklungsfähiges.
Bei alledem braucht es aber auch und besonders "Wissen", eine weitere wichtige Aufgabe des "Briefmarken-Ratgeber", die, so glaube ich, ideal ergänzt wird durch unser Forum.
Ich kann mir auch vorstellen, daß die kostenlosen Kleinanzeigen, die ausschließlich auf unsere Hobby ausgerichtet sind und die Bereiche kaufen, tauschen und suchen umfassen, helfen werden, Qualität darzustellen und marktgerechte Preise zu gestalten.
In den meisten Bereichen braucht man das Rad jedoch nicht neu erfinden, da gibt es schon hervorragende Erkenntnisse, die wir alle nutzen sollten. Nur die Auswüchse sollten erkannt und ausgemerzt werden, damit unser Hobby wieder in seiner ganzen Breite Spaß macht.