Briefmarken-Ratgeber
NEU
Guten Morgen, liebe Briefmarkenfreunde !
Eine von vielen Fragen mit Antwort:
Werter Herr Köpfer,
Seit Januar 2016 sammelte ich postfrisch. Nun nach dem aufmerksamen Lesen ihres Briefmarken-Leitfaden, bin ich zur Erkenntnis gelangt, dass nur gestempelte Briefmarken einen wirklichen Sammlerwert erreichen werden. Ich wohne in Berlin und wie Ihnen sicher bekannt ist gibt es hier vier Philatelie Shops. Nun zu meiner Frage: Ich war jetzt schon in zwei Filialen, am Alex und im Wedding, und habe mir dort, die Mai und Juni Briefmarken von einem Mitarbeiter direkt mit Tagesstempel abstempeln lassen. Ist diese Praxis für die Fortführung meiner Sammlung zu Empfehlen oder haben Sie einen anderen Tipp für mich. Also ich muss sagen, zentriert gestempelt sehen die Marken einfach Klasse aus!
MfG Uwe

Briefmarken einen wirklichen Sammlerwert erreichen werden. Ich wohne in Berlin und wie Ihnen sicher bekannt ist gibt es hier vier Philatelie Shops. Nun zu meiner Frage: Ich war jetzt schon in zwei Filialen, am Alex und im Wedding, und habe mir dort, die Mai und Juni Briefmarken von einem Mitarbeiter direkt mit Tagesstempel abstempeln lassen. Ist diese Praxis für die Fortführung meiner Sammlung zu Empfehlen oder haben Sie einen anderen Tipp für mich. Also ich muss sagen, zentriert gestempelt sehen die Marken einfach Klasse aus! MfG Uwe
Antwort:
Es gibt auch bei "Postfrisch" einiges an Seltenem. Das muß man allerdings suchen, denn, wie der Name schon sagt: Das ist selten. Seit rund 60 Jahren gab es in diesem Bereich nichts mehr, das sich zu Recht als zukunftsträchtig herausgestellt hätte - und wenn mal ein Ansatz dazu sichtbar wurde, war das manipuliert, von der Briefmarkenlobby zu Schaden der Sammler beeinflußt. Für mich ist posrfrisch zu sammeln, das Zusammentragen von hübschen bis sehr schönen Bildchen, ohne daraus den Anspruch abzuleiten (ableiten zu dürfen), je wieder etwas vom finanziellen Einsatz zurück erwarten zu dürfen. Gestempelt, aus dem Bedarf heraus, zu sammeln, ist dagegen die ursprüngliche, die faszinierende Variante des Briefmarkensammelns - und eine zukunftsträchtige. Daß auch diese Variante von der Briefmarkenlobby zu manipulieren versucht wurde, war erwartbar - und letztendlich für die Philatelie positiv. Immer mehr Sammler befriedeten Ihren "hohen Anspruch" an zentrische, sehr schöne Stempel damit, daß sie solche Marken von den Versandstellen der Post bezogen und damit eine gewaltige Menge an einförmigen und uninteresannten Sammlungen schuf. Diese Massenstempel lassen sich (als Schrott) erfreulicherweise leicht aussortieren. Und was bleibt dann übrig? Die "versehentlich" aus dem Bedarf zentrisch und schön gestempelten Marken blieben weitestgehend unbeachtet, die von Sammlern beeinflußten zentrischen Stempel normaler Postämter mengenmäßig in einem vernachlässigbaren Bereich, bei weitem nicht ausreichend, den Bedarf zu befrieden. Das heißt, daß das Vergangene, das nicht mehr Beeinflußbare, die Zukunft der Philatelie ist. Wer heute, aus realen Erkenntnissen heraus meint, damit, daß er nun beginnt, sich die Neuheiten bei "seinem" Postamt schön stempeln zu lassen, eine zukunftsträchtige Sammlung ausbauen zu können, der baut, wieder mal, auf Sand - denn das tun zwischenzeitlich wieder sehr viele.
Der Patient "Briefmarkensammeln" liegt schwerkrank danieder. Einiges deutet auf sein Ende hin. Um ihn herum hat sich der gesamte Clan der "Briefmarkenlobby" versammelt. Man ist entsetzt, nur ganz leise grummelnde Unterhaltung. Wie konnte das in nur 40 Jahren so wahnsinnig schnell passieren? Ganz vereinzelte, sehr zaghafte Vorschläge, man solle vielleicht doch einen Arzt hinzuziehen, werden mit einem ebenso leisen, jedoch sehr bestimmtem "das wird doch viel zu teuer" abgeschmettert. Im Übrigen wissen wir doch selbst woran er erkrankt ist. Nochmalige vereinzelte Versuche: "ja, aber, wenn er stirbt, sind wir wirtschaftlich am Ende"! Pessimisten, Schwarzseher! Wenn er überlebt, ist es auch nicht anders - nein wir müssen hoffen, daß er wieder gesund und jung wird und das alles so hinkriegen, daß alles beim Alten bleibt, wir unsere, zugegeben, nicht ganz lauteren, jedoch einträglichen Geschäfte weiter betreiben können. Also laßt uns weiter überlegen - und abwarten - und ein paar von uns sollten immer an seinem Bett bleiben und klagen, hoffen und beten, klagen, hoffen und beten, klagen, hoffen und bet ......
Ja, es ist ja auch wirklich zu schön, wenn man "seine" Käuferschicht, die der jungen, der Spaß-Sammler, so weit hat, daß sie jeden Mist, sei er noch so teuer, sei er noch so unsinnig, unterstützt mit ein paar unsinnigen Werbeslogans, einfach kauft.
Dieser Markt ist wirklich durch und durch krank. Da werden täglich unzählige Male Unwissenheit, Vertrauen und Begeisterung junger und oft auch älterer Menschen einfach mißbraucht und enttäuscht. Motto bei alledem: kommt einer dahinter, dann gibt er eben auf. Na und? Neue kommen doch nach.
Mit dem "Briefmarken-Ratgeber" möchte ich die Basis schaffen, alle Bereiche zu durchleuchten, alles Negative anzuprangern, nach Möglichkeit alle Tricks zu erkennen und zu besprechen. Dazu können, nein, sollten Sie alle beitragen. Beobachten Sie kritisch und melden Sie was Ihnen auffällt.
Der kritische Sammler wird aber auch selbst Positives leben, erleben und entdecken. Und gerade das ist von größtem Interesse und alle sollten es erfahren.
Seien Sie egoistisch: Helfen Sie den Sammlern!
Denken Sie mal über ein zugegeben äußerst einfaches Beispiel nach: von etwas Sammelwürdigem gibt es 1.000 Stück - und 50 Sammler. Klar, sagt da jeder, das ist ein nichts wert, ein billiger Sammelgegenstand. Jetzt sammeln aber 500, der Ein oder Andere hat den Sammelgegenstand 2- oder 3fach, eventuell in unterschiedlichen Varianten, die Nachfrage ist also größer als das Angebot. Die Preise steigen stark. Das macht andere aufmerksam, es kommen weitere Sammler hinzu, die Nachfrage kann nicht mehr gestillt werden, die Preise explodieren.
Nein, das ist nicht die zwangsläufige Entwicklung allen Strebens, aber auch Zwischenstufen machen Spaß. Konzentrieren wir uns also auf Entwicklungsfähiges.
Bei alledem braucht es aber auch und besonders "Wissen", eine weitere wichtige Aufgabe des "Briefmarken-Ratgeber", die, so glaube ich, ideal ergänzt wird durch unser Forum.
Ich kann mir auch vorstellen, daß die kostenlosen Kleinanzeigen, die ausschließlich auf unsere Hobby ausgerichtet sind und die Bereiche kaufen, tauschen und suchen umfassen, helfen werden, Qualität darzustellen und marktgerechte Preise zu gestalten.
In den meisten Bereichen braucht man das Rad jedoch nicht neu erfinden, da gibt es schon hervorragende Erkenntnisse, die wir alle nutzen sollten. Nur die Auswüchse sollten erkannt und ausgemerzt werden, damit unser Hobby wieder in seiner ganzen Breite Spaß macht.