Briefmarken-Ratgeber
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26.05.2018
Auflagen
Auflagezahlen sind ein Kriterium, an dem so manche(r) Sammler(in) Hoffnungen auf eine positive Entwicklung der gesammelten „Schätzchen“ festmacht. In der rauen Wirklichkeit spielen die allerdings nur eine untergeordnete Rolle und können höchstens Hinweise darauf geben, wie bestimmte Relationen möglich sein könnten.

Auch der Umstand, wie der Ge- und Verbrauch bestimmter Ausgaben aussieht, läßt bestimmte Überlegungen zu - wobei auch die sich als realitätsfern (einschränkend: von welcher Realität ausgehend?) erweisen können.



Beispiel: ein Satz Zuschlagsmarken mit einer um die eine Million Sätze Auflage auf der einen und ein Dauerserienwert für eine Standardpostsache mit 20 Millionen Auflage auf der anderen Seite. Der Zuschlagssatz wird fast ausschließlich von Sammlern gekauft und verschwindet (als postfrische Standard-Einzelmarken) überwiegend in deren Alben. Nutzung als Porto unwesentlich. Effekt: jeder z.B. Bundsammler hat einen oder mehrere Sätze absolut identischer postfrischer Massenmarken. Wert und Nachfrage nach solchen Sätzen unter Sammlern ist gleich null.



Der Standardwert einer Freimarkenserie dagegen erfreut sich einer regen Nutzung und wird überwiegend zu Freimachung von Standardsendungen verbraucht. Angenommen neunzehn von der 20-Millionen-Auflage werden so ihrem eigentlichen Zweck zugeführt – aus dem Rest füllen sich die Sammler wieder die Alben mit hunderttausenden gleichartigen postfrischen Exemplaren.
Entwicklungsaussichten auch hier: keine.



Die postfrischen Ausgaben seit ca. 1955 bis bei Berlin 1990, der DDR ebenfalls 1990 und dem Bund bis 2002 sind, im Widerspruch zu jeglichen Katalogen, wertlos. Sie heute, wenn sie auch noch so billig sind, zu kaufen entspricht einem Totalverlust.
Wobei man sich den Billigsteinkauf als Preis für Schönheit (Briefmarken sind wirklich faszinierend) ja noch zurechtargumentieren könnte.

Beide, in Wirklichkeit jedoch alle postalisch verbrauchten Sammelobjekte, werden im Postalltag ohne Berücksichtigung sammlerischer Sorgfalt „verarbeitet“ und werden so fast ausschließlich zu nicht sammelwürdigem Altpapier – für die „Tonne“.

Allerdings nur, wenn Qualität den eigenen Anspruch bestimmt.

Dann jedoch birgt dieser Haufen vermeintlichen Schrotts eine Reihe von wirklich Sammelnswertem, Seltenem, ja, sogar Raritäten. Und nun erwirbt man plötzlich kalkulierbar Objekte, die das Geld kosten, das sie wert sind, das, was man bei einem Wiederverkauf auch wahrscheinlich wiederbekommt – und eventuell mehr.

Wie man sein Hobby jedoch gestaltet, ist jedem Einzelnen überlassen. Es gibt tausend Möglichkeiten und keine Vorschriften.

Jeder ist seines Hobby Schmied.
Briefmarken-Ratgeber
Der Patient "Briefmarkensammeln" liegt schwerkrank danieder. Einiges deutet auf sein Ende hin. Um ihn herum hat sich der gesamte Clan der "Briefmarkenlobby" versammelt. Man ist entsetzt, nur ganz leise grummelnde Unterhaltung. Wie konnte das in nur 40 Jahren so wahnsinnig schnell passieren? Ganz vereinzelte, sehr zaghafte Vorschläge, man solle vielleicht doch einen Arzt hinzuziehen, werden mit einem ebenso leisen, jedoch sehr bestimmtem "das wird doch viel zu teuer" abgeschmettert. Im Übrigen wissen wir doch selbst woran er erkrankt ist. Nochmalige vereinzelte Versuche: "ja, aber, wenn er stirbt, sind wir wirtschaftlich am Ende"! Pessimisten, Schwarzseher! Wenn er überlebt, ist es auch nicht anders - nein wir müssen hoffen, daß er wieder gesund und jung wird und das alles so hinkriegen, daß alles beim Alten bleibt, wir unsere, zugegeben, nicht ganz lauteren, jedoch einträglichen Geschäfte weiter betreiben können. Also laßt uns weiter überlegen - und abwarten - und ein paar von uns sollten immer an seinem Bett bleiben und klagen, hoffen und beten, klagen, hoffen und beten, klagen, hoffen und bet ......
Ja, es ist ja auch wirklich zu schön, wenn man "seine" Käuferschicht, die der jungen, der Spaß-Sammler, so weit hat, daß sie jeden Mist, sei er noch so teuer, sei er noch so unsinnig, unterstützt mit ein paar unsinnigen Werbeslogans, einfach kauft.
Dieser Markt ist wirklich durch und durch krank. Da werden täglich unzählige Male Unwissenheit, Vertrauen und Begeisterung junger und oft auch älterer Menschen einfach mißbraucht und enttäuscht. Motto bei alledem: kommt einer dahinter, dann gibt er eben auf. Na und? Neue kommen doch nach.
Mit dem "Briefmarken-Ratgeber" möchte ich die Basis schaffen, alle Bereiche zu durchleuchten, alles Negative anzuprangern, nach Möglichkeit alle Tricks zu erkennen und zu besprechen. Dazu können, nein, sollten Sie alle beitragen. Beobachten Sie kritisch und melden Sie was Ihnen auffällt.
Der kritische Sammler wird aber auch selbst Positives leben, erleben und entdecken. Und gerade das ist von größtem Interesse und alle sollten es erfahren.
Seien Sie egoistisch: Helfen Sie den Sammlern!
Denken Sie mal über ein zugegeben äußerst einfaches Beispiel nach: von etwas Sammelwürdigem gibt es 1.000 Stück - und 50 Sammler. Klar, sagt da jeder, das ist ein nichts wert, ein billiger Sammelgegenstand. Jetzt sammeln aber 500, der Ein oder Andere hat den Sammelgegenstand 2- oder 3fach, eventuell in unterschiedlichen Varianten, die Nachfrage ist also größer als das Angebot. Die Preise steigen stark. Das macht andere aufmerksam, es kommen weitere Sammler hinzu, die Nachfrage kann nicht mehr gestillt werden, die Preise explodieren.
Nein, das ist nicht die zwangsläufige Entwicklung allen Strebens, aber auch Zwischenstufen machen Spaß. Konzentrieren wir uns also auf Entwicklungsfähiges.
Bei alledem braucht es aber auch und besonders "Wissen", eine weitere wichtige Aufgabe des "Briefmarken-Ratgeber", die, so glaube ich, ideal ergänzt wird durch unser Forum.
Ich kann mir auch vorstellen, daß die kostenlosen Kleinanzeigen, die ausschließlich auf unsere Hobby ausgerichtet sind und die Bereiche kaufen, tauschen und suchen umfassen, helfen werden, Qualität darzustellen und marktgerechte Preise zu gestalten.
In den meisten Bereichen braucht man das Rad jedoch nicht neu erfinden, da gibt es schon hervorragende Erkenntnisse, die wir alle nutzen sollten. Nur die Auswüchse sollten erkannt und ausgemerzt werden, damit unser Hobby wieder in seiner ganzen Breite Spaß macht.