Briefmarken-Ratgeber
NEU
Guten Morgen, liebe Briefmarkenfreunde !
Eine von vielen Fragen mit Antwort:
Zunächst einmal danke für die Antwort bez. Massenware für Sammler. Die fliegen jetzt bei mir nach und nach aus dem Album, sofern ich guten gestempelten Ersatz habe.

Nun aber eine weitere Frage:

Klemmtaschen/-streifen sind bekanntlich teuer. Wenn ich Klemmtaschen vorsichtig wieder von einem Albenblatt ablöse, wäre dann etwas dagegen zu sagen, wenn man diese wiederverwendet und z.B. mit einem Prittstift erneut festklebt? Oder anders ausgedrückt: Welche Voraussetzungen muss der Kleber mitbringen?
Valeri

aber eine weitere Frage: Klemmtaschen/-streifen sind bekanntlich teuer. Wenn ich Klemmtaschen vorsichtig wieder von einem Albenblatt ablöse, wäre dann etwas dagegen zu sagen, wenn man diese wiederverwendet und z.B. mit einem Prittstift erneut festklebt? Oder anders ausgedrückt: Welche Voraussetzungen muss der Kleber mitbringen? Valeri
Antwort:
Hallo Valeri, nicht nur zentrische und zeitgerecht von "kleinen" Postämtern gestempelte Marken sind "sammelwürdig" (siehe Handbuch), auch wenn sie die begehrenswertesten und wertvollsten sind, sondern alle prüfbaren Stempel bester "Qualität" (siehe Handbuch), bei denen Ort und Datum lesbar ist.

Zu Ihrer Frage möchte ich vorab wieder auf verschiedene Stichworte meines Handbuchs verweisen: Album und Vordruckalben verweisen.

Ansonsten sind Sie auf dem richtigen Weg, da Sie offensichtlich die für den ernsthaften Briefmarkensammler völlig ungeeigneten Vordruckalben meiden.

Daß Sie mit Klemmtaschen arbeiten, deutet darauf hin, daß Sie Ihre Alben gerne selbst gestalten, wobei ich Experimente mit manuell aufgetragenem Kleber vermeiden würde. Abgesehen von möglichen negativen Auswirkungen auf die Marken, ist es auch fraglich, ob diese Kleber nach 5, 20 oder 50 Jahren immer noch halten. Es wäre ausgesprochen ärgerlich, wenn sich diese Taschen irgendwann lösen würden.

So schön das selbstgestaltete Album auch sein kann, es eigenet sich im Prinzip jedoch nicht für uns Sammler, da es ja immer "nur" eine momentane Erwartung erfüllen kann. Sobald sich Ansprüche ändern, und das ist beim Briefmarkensammeln tägliche Erfahrung, stößt es an seine Grenzen. Als ein Beispiel von unglaublich vielen könnte man anführen: Zu einer EZM, eines einzigen Wertes kommt eine mit Rand, ein Eckrand mit Formnummer, ein Eckrand mit Druckerzeichen, Paare, Viererblöcke, Rollenmarken, Zusammendrucke u.s.w.

Ich selbst sammle ausschließlich in großen Steckalben, weil die mir ein uneingeschränktes Optimum an Freiheit in der Gestaltung bieten. Können Sie sich vorstellen, daß bei mir z.B. die Serie B&S Berlin mit ihren vielen Ausgabevarianten (Fluoreszenzen, Bogen-, Rollenmarken, MH und Zusammendrucken, Druckunterschieden, und vielem mehr, allein gestempelt 12 Seiten beansprucht?

Und ein kleiner, nicht unbedeutender Nebeneffekt dieser flexiblen Art zu sammeln ist der, daß das auch noch die absolut preiswerteste ist.



Der Patient "Briefmarkensammeln" liegt schwerkrank danieder. Einiges deutet auf sein Ende hin. Um ihn herum hat sich der gesamte Clan der "Briefmarkenlobby" versammelt. Man ist entsetzt, nur ganz leise grummelnde Unterhaltung. Wie konnte das in nur 40 Jahren so wahnsinnig schnell passieren? Ganz vereinzelte, sehr zaghafte Vorschläge, man solle vielleicht doch einen Arzt hinzuziehen, werden mit einem ebenso leisen, jedoch sehr bestimmtem "das wird doch viel zu teuer" abgeschmettert. Im Übrigen wissen wir doch selbst woran er erkrankt ist. Nochmalige vereinzelte Versuche: "ja, aber, wenn er stirbt, sind wir wirtschaftlich am Ende"! Pessimisten, Schwarzseher! Wenn er überlebt, ist es auch nicht anders - nein wir müssen hoffen, daß er wieder gesund und jung wird und das alles so hinkriegen, daß alles beim Alten bleibt, wir unsere, zugegeben, nicht ganz lauteren, jedoch einträglichen Geschäfte weiter betreiben können. Also laßt uns weiter überlegen - und abwarten - und ein paar von uns sollten immer an seinem Bett bleiben und klagen, hoffen und beten, klagen, hoffen und beten, klagen, hoffen und bet ......
Ja, es ist ja auch wirklich zu schön, wenn man "seine" Käuferschicht, die der jungen, der Spaß-Sammler, so weit hat, daß sie jeden Mist, sei er noch so teuer, sei er noch so unsinnig, unterstützt mit ein paar unsinnigen Werbeslogans, einfach kauft.
Dieser Markt ist wirklich durch und durch krank. Da werden täglich unzählige Male Unwissenheit, Vertrauen und Begeisterung junger und oft auch älterer Menschen einfach mißbraucht und enttäuscht. Motto bei alledem: kommt einer dahinter, dann gibt er eben auf. Na und? Neue kommen doch nach.
Mit dem "Briefmarken-Ratgeber" möchte ich die Basis schaffen, alle Bereiche zu durchleuchten, alles Negative anzuprangern, nach Möglichkeit alle Tricks zu erkennen und zu besprechen. Dazu können, nein, sollten Sie alle beitragen. Beobachten Sie kritisch und melden Sie was Ihnen auffällt.
Der kritische Sammler wird aber auch selbst Positives leben, erleben und entdecken. Und gerade das ist von größtem Interesse und alle sollten es erfahren.
Seien Sie egoistisch: Helfen Sie den Sammlern!
Denken Sie mal über ein zugegeben äußerst einfaches Beispiel nach: von etwas Sammelwürdigem gibt es 1.000 Stück - und 50 Sammler. Klar, sagt da jeder, das ist ein nichts wert, ein billiger Sammelgegenstand. Jetzt sammeln aber 500, der Ein oder Andere hat den Sammelgegenstand 2- oder 3fach, eventuell in unterschiedlichen Varianten, die Nachfrage ist also größer als das Angebot. Die Preise steigen stark. Das macht andere aufmerksam, es kommen weitere Sammler hinzu, die Nachfrage kann nicht mehr gestillt werden, die Preise explodieren.
Nein, das ist nicht die zwangsläufige Entwicklung allen Strebens, aber auch Zwischenstufen machen Spaß. Konzentrieren wir uns also auf Entwicklungsfähiges.
Bei alledem braucht es aber auch und besonders "Wissen", eine weitere wichtige Aufgabe des "Briefmarken-Ratgeber", die, so glaube ich, ideal ergänzt wird durch unser Forum.
Ich kann mir auch vorstellen, daß die kostenlosen Kleinanzeigen, die ausschließlich auf unsere Hobby ausgerichtet sind und die Bereiche kaufen, tauschen und suchen umfassen, helfen werden, Qualität darzustellen und marktgerechte Preise zu gestalten.
In den meisten Bereichen braucht man das Rad jedoch nicht neu erfinden, da gibt es schon hervorragende Erkenntnisse, die wir alle nutzen sollten. Nur die Auswüchse sollten erkannt und ausgemerzt werden, damit unser Hobby wieder in seiner ganzen Breite Spaß macht.