Briefmarken-Ratgeber
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Guten Morgen, liebe Briefmarkenfreunde !
Eine von vielen Fragen mit Antwort:
Hallo Herr Köpfer,

vielen Dank und ich werde mich im Laufe des Tages einfach anmelden.

Eine Frage hätte ich an Sie als Stempelexperte für Berlin. Ich habe viele Marken mit Stempel Berlin 12, Berlin 20 oder Berlin 420, diese haben wunderschöne zentrierte Stempel und sind mit Originalgummierung versehen. Von Berlin 12, Frankfurt usw. weiß ich, dass diese für Abos missbraucht worden sind, aber Berlin 20 wäre mir neu. Gibt es vielleicht eine Übersicht der Sammelunwürdigen Stempel von Berlin? Ich habe auch schöne Marken von Berlin 20 ohne Originalgummi, sind dies dann nachträglich bearbeitete Marken?

Viele Grüße

Sebastian

mit Stempel Berlin 12, Berlin 20 oder Berlin 420, diese haben wunderschöne zentrierte Stempel und sind mit Originalgummierung versehen. Von Berlin 12, Frankfurt usw. weiß ich, dass diese für Abos missbraucht worden sind, aber Berlin 20 wäre mir neu. Gibt es vielleicht eine Übersicht der Sammelunwürdigen Stempel von Berlin? Ich habe auch schöne Marken von Berlin 20 ohne Originalgummi, sind dies dann nachträglich bearbeitete Marken? Viele Grüße Sebastian
Antwort:
Berlin-12 war, das ist bekannt, die Versandstelle für Sammlermarken. Dementsprechend gibt es Berlin-12-gestempelte Briefmarken im Überfluß, die niemand haben will. Man muß allerdings berücksichtigen, daß dies auch ein normales Postamt beherbergte. Normale Bedarfsbriefe mit diesem Stempel, zumal als Sondersendungen wie Einschreiben, Eilboten (mit Ankunftsstempel, Wertbriefe usw., zumal mit Codierung, gelten jedoch als normal und sammelwürdig. Von den glasklaren Ersttagsstempeln sollte man auf jeden Fall die Finger lassen. Von allen anderen Postämtern, also auch Berlin 20 (Spandau / Staaken) und Berlin 420 (Tempelhof) gibt es neben dem Bedarf natürlich auch solche, die für Sammler besonders schön gestempelt wurden. Das sind allerdings überschaubare Mengen - und vor allen Dingen sind die, wenn sie im Wasserbad lagen, d.h. die Gummierung entfernt wurde, von denen aus dem täglichen Gebrauch nicht zu unterscheiden und deswegen begehrt. Zu den nicht sammelwürdigen Stempeln gehören außerdem noch die Ersttagssonderstempel, die es in unglaublichen Mengen gibt. Generell ist zu sagen, daß man die teureren gestempelten Berliner Marken auf jeden Fall prüfen lassen sollte, bei den einfacheren sind die Stempel (nicht garantiert) eher echt.
Der Patient "Briefmarkensammeln" liegt schwerkrank danieder. Einiges deutet auf sein Ende hin. Um ihn herum hat sich der gesamte Clan der "Briefmarkenlobby" versammelt. Man ist entsetzt, nur ganz leise grummelnde Unterhaltung. Wie konnte das in nur 40 Jahren so wahnsinnig schnell passieren? Ganz vereinzelte, sehr zaghafte Vorschläge, man solle vielleicht doch einen Arzt hinzuziehen, werden mit einem ebenso leisen, jedoch sehr bestimmtem "das wird doch viel zu teuer" abgeschmettert. Im Übrigen wissen wir doch selbst woran er erkrankt ist. Nochmalige vereinzelte Versuche: "ja, aber, wenn er stirbt, sind wir wirtschaftlich am Ende"! Pessimisten, Schwarzseher! Wenn er überlebt, ist es auch nicht anders - nein wir müssen hoffen, daß er wieder gesund und jung wird und das alles so hinkriegen, daß alles beim Alten bleibt, wir unsere, zugegeben, nicht ganz lauteren, jedoch einträglichen Geschäfte weiter betreiben können. Also laßt uns weiter überlegen - und abwarten - und ein paar von uns sollten immer an seinem Bett bleiben und klagen, hoffen und beten, klagen, hoffen und beten, klagen, hoffen und bet ......
Ja, es ist ja auch wirklich zu schön, wenn man "seine" Käuferschicht, die der jungen, der Spaß-Sammler, so weit hat, daß sie jeden Mist, sei er noch so teuer, sei er noch so unsinnig, unterstützt mit ein paar unsinnigen Werbeslogans, einfach kauft.
Dieser Markt ist wirklich durch und durch krank. Da werden täglich unzählige Male Unwissenheit, Vertrauen und Begeisterung junger und oft auch älterer Menschen einfach mißbraucht und enttäuscht. Motto bei alledem: kommt einer dahinter, dann gibt er eben auf. Na und? Neue kommen doch nach.
Mit dem "Briefmarken-Ratgeber" möchte ich die Basis schaffen, alle Bereiche zu durchleuchten, alles Negative anzuprangern, nach Möglichkeit alle Tricks zu erkennen und zu besprechen. Dazu können, nein, sollten Sie alle beitragen. Beobachten Sie kritisch und melden Sie was Ihnen auffällt.
Der kritische Sammler wird aber auch selbst Positives leben, erleben und entdecken. Und gerade das ist von größtem Interesse und alle sollten es erfahren.
Seien Sie egoistisch: Helfen Sie den Sammlern!
Denken Sie mal über ein zugegeben äußerst einfaches Beispiel nach: von etwas Sammelwürdigem gibt es 1.000 Stück - und 50 Sammler. Klar, sagt da jeder, das ist ein nichts wert, ein billiger Sammelgegenstand. Jetzt sammeln aber 500, der Ein oder Andere hat den Sammelgegenstand 2- oder 3fach, eventuell in unterschiedlichen Varianten, die Nachfrage ist also größer als das Angebot. Die Preise steigen stark. Das macht andere aufmerksam, es kommen weitere Sammler hinzu, die Nachfrage kann nicht mehr gestillt werden, die Preise explodieren.
Nein, das ist nicht die zwangsläufige Entwicklung allen Strebens, aber auch Zwischenstufen machen Spaß. Konzentrieren wir uns also auf Entwicklungsfähiges.
Bei alledem braucht es aber auch und besonders "Wissen", eine weitere wichtige Aufgabe des "Briefmarken-Ratgeber", die, so glaube ich, ideal ergänzt wird durch unser Forum.
Ich kann mir auch vorstellen, daß die kostenlosen Kleinanzeigen, die ausschließlich auf unsere Hobby ausgerichtet sind und die Bereiche kaufen, tauschen und suchen umfassen, helfen werden, Qualität darzustellen und marktgerechte Preise zu gestalten.
In den meisten Bereichen braucht man das Rad jedoch nicht neu erfinden, da gibt es schon hervorragende Erkenntnisse, die wir alle nutzen sollten. Nur die Auswüchse sollten erkannt und ausgemerzt werden, damit unser Hobby wieder in seiner ganzen Breite Spaß macht.