Briefmarken-Ratgeber
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Grüß Gott, liebe Briefmarkenfreunde !
Eine von vielen Fragen mit Antwort:
Frage:
Wäre es nicht einfacher, wenn der Handel ein paar 1A Briefmarken für je 10 Euro anbietet, statt hunderte für 0,2 bis 1 Euro? Das Durchforsten durch Angebote mit 95% Stummelstempel aus ETB, zerteilten Viererblöcken und VST kostet viel Zeit und macht kein Spaß. Im Internetzeitalter kann es doch nicht so viele uninformierte Sammler geben? Ich würde für eine schön gestempelte seltenere "Frauen"-Briefmarke locker bis zu 15 (und als Eckrandstück bis zu 30 Euro )zahlen und wäre glücklich. Und im Briefmarkengeschäft wird Block 1 und Co. als höchstes der Gefühle dargestellt. Sorry aber für Geld ist Block 1 das einfachste was das Sammelgebiet bietet. Ist nicht eine radikale Preiskorrektur von Nöten? Gruß Christos V.

Stummelstempel aus ETB, zerteilten Viererblöcken und VST kostet viel Zeit und macht kein Spaß. Im Internetzeitalter kann es doch nicht so viele uninformierte Sammler geben? Ich würde für eine schön gestempelte seltenere "Frauen"-Briefmarke locker bis zu 15 (und als Eckrandstück bis zu 30 Euro )zahlen und wäre glücklich. Und im Briefmarkengeschäft wird Block 1 und Co. als höchstes der Gefühle dargestellt. Sorry aber für Geld ist Block 1 das einfachste was das Sammelgebiet bietet. Ist nicht eine radikale Preiskorrektur von Nöten? Gruß Christos V.
Antwort:
Sehnsucht nach Ihrer, nach meiner, nach vieler Sammler Normalität. Leider gibt es noch die "Normalität" derer, die mit uns Sammlern einträgliche und, ich sage mal, unfaire Geschäft machen. Die angedachte Preiskorrektur wäre wirklich dringend nötig - wird aber nicht kommen. Die Briefmarkenlobby gestaltet diesen Markt nach ihrem Gusto und ist wenig bis überhaupt nicht daran interessiert, etwas zu ändern. Grund dafür ist, daß, wenn wir mal davon ausgehen, der gesamte Philateliemarkt 100 % darstellt, weniger als 3(-) % Sammelwürdiges beinhaltet, das Nichtsammelwürdige vernichtet würde, so gut wie nichts mehr übrig bliebe. Der Handel und auch hunderttausende Sammler (die nur beim (teuren) Verkauf, nicht beim (billigen) Einkauf) sind also nicht daran interessiert, daß ihre Sammlungen noch weiter, als sie es ohnehin schon sind, zu entwerten. Man will möglichst viel verdienen und das wäre, wenn 97(+) % Markenmaterial und fast das ganze, oft leidige Zubehör wegfiele, unmöglich. Der Briefmarkenhandel bräche, weil er von den verbleibenden 3 % so gut wie nichts am Lager hat, zusammen.

Der Briefmarkenmarkt wird immer von Angebot und Nchfrage geprägt sein, also von "Billig" bis "Liebhaberpreis) anbieten. Der realistische und informierte Sammler wird darin seine Chancen erkennen. Wenn tatsächlich mal (als ein Beispiel) Berliner Frauenwerte von normalen Berliner Postämtern zentrisch gestempelt, vielleicht sogar als Paare, Viererblocks, Eckränder mit Formnummer oder echt gelaufene, portogerecht frankierte Briefe angeboten würden, hätten Sie mit Ihrem Angebot wahrscheinlich sogar Erfolg (Sie und ich wissen, daß das eine sehr gute Geldanlage wäre). Nur, es wird nichts angeboten, bei ebay seit rund zwei Jahren nicht mehr! An schlechten Tagen ist das fast? erfolglose Suchen ein Ärgernis - das Finden von einem besonderen Stück dann aber pure Freude und "Briefmarkensammeln" (-suchen) wie wir es uns wüschen!



Der Patient "Briefmarkensammeln" liegt schwerkrank danieder. Einiges deutet auf sein Ende hin. Um ihn herum hat sich der gesamte Clan der "Briefmarkenlobby" versammelt. Man ist entsetzt, nur ganz leise grummelnde Unterhaltung. Wie konnte das in nur 40 Jahren so wahnsinnig schnell passieren? Ganz vereinzelte, sehr zaghafte Vorschläge, man solle vielleicht doch einen Arzt hinzuziehen, werden mit einem ebenso leisen, jedoch sehr bestimmtem "das wird doch viel zu teuer" abgeschmettert. Im Übrigen wissen wir doch selbst woran er erkrankt ist. Nochmalige vereinzelte Versuche: "ja, aber, wenn er stirbt, sind wir wirtschaftlich am Ende"! Pessimisten, Schwarzseher! Wenn er überlebt, ist es auch nicht anders - nein wir müssen hoffen, daß er wieder gesund und jung wird und das alles so hinkriegen, daß alles beim Alten bleibt, wir unsere, zugegeben, nicht ganz lauteren, jedoch einträglichen Geschäfte weiter betreiben können. Also laßt uns weiter überlegen - und abwarten - und ein paar von uns sollten immer an seinem Bett bleiben und klagen, hoffen und beten, klagen, hoffen und beten, klagen, hoffen und bet ......
Ja, es ist ja auch wirklich zu schön, wenn man "seine" Käuferschicht, die der jungen, der Spaß-Sammler, so weit hat, daß sie jeden Mist, sei er noch so teuer, sei er noch so unsinnig, unterstützt mit ein paar unsinnigen Werbeslogans, einfach kauft.
Dieser Markt ist wirklich durch und durch krank. Da werden täglich unzählige Male Unwissenheit, Vertrauen und Begeisterung junger und oft auch älterer Menschen einfach mißbraucht und enttäuscht. Motto bei alledem: kommt einer dahinter, dann gibt er eben auf. Na und? Neue kommen doch nach.
Mit dem "Briefmarken-Ratgeber" möchte ich die Basis schaffen, alle Bereiche zu durchleuchten, alles Negative anzuprangern, nach Möglichkeit alle Tricks zu erkennen und zu besprechen. Dazu können, nein, sollten Sie alle beitragen. Beobachten Sie kritisch und melden Sie was Ihnen auffällt.
Der kritische Sammler wird aber auch selbst Positives leben, erleben und entdecken. Und gerade das ist von größtem Interesse und alle sollten es erfahren.
Seien Sie egoistisch: Helfen Sie den Sammlern!
Denken Sie mal über ein zugegeben äußerst einfaches Beispiel nach: von etwas Sammelwürdigem gibt es 1.000 Stück - und 50 Sammler. Klar, sagt da jeder, das ist ein nichts wert, ein billiger Sammelgegenstand. Jetzt sammeln aber 500, der Ein oder Andere hat den Sammelgegenstand 2- oder 3fach, eventuell in unterschiedlichen Varianten, die Nachfrage ist also größer als das Angebot. Die Preise steigen stark. Das macht andere aufmerksam, es kommen weitere Sammler hinzu, die Nachfrage kann nicht mehr gestillt werden, die Preise explodieren.
Nein, das ist nicht die zwangsläufige Entwicklung allen Strebens, aber auch Zwischenstufen machen Spaß. Konzentrieren wir uns also auf Entwicklungsfähiges.
Bei alledem braucht es aber auch und besonders "Wissen", eine weitere wichtige Aufgabe des "Briefmarken-Ratgeber", die, so glaube ich, ideal ergänzt wird durch unser Forum.
Ich kann mir auch vorstellen, daß die kostenlosen Kleinanzeigen, die ausschließlich auf unsere Hobby ausgerichtet sind und die Bereiche kaufen, tauschen und suchen umfassen, helfen werden, Qualität darzustellen und marktgerechte Preise zu gestalten.
In den meisten Bereichen braucht man das Rad jedoch nicht neu erfinden, da gibt es schon hervorragende Erkenntnisse, die wir alle nutzen sollten. Nur die Auswüchse sollten erkannt und ausgemerzt werden, damit unser Hobby wieder in seiner ganzen Breite Spaß macht.