Briefmarken-Ratgeber
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Grüß Gott, liebe Briefmarkenfreunde !
Eine von vielen Fragen mit Antwort:
Frage: Zwei Mails von Valeri, die ich hier zusammnfasse:

Am kommenden Samstag bekomme ich aus guten Beziehungen den Berlin Block 1 postfrisch für 250,- €. Ich könnte den jederzeit auch wieder zurückgeben. Die Quelle sind gutbetuchte Leute aus dem Raum Vorderpfalz. Sollte ich den mal nach Berlin zu Schlegels schicken zwecks Prüfung? Ich hab immer Angst, dass die den dann mit einem Stempel auf der Rückseite entwerten oder mir evtl. irgend so was billiges zurückschicken. Wie kann ich sicher gehen, dass ich das so zurückbekomme,wie ich es hinschicke? Valeri

Tut mir leid, aber ich brauch mal einen allgemeinen Rat.Stell Dir nur mal vor, ich hätte hier eine Marke, die sich als Wert von 1.000.000 € Wert entpuppt, ich das aber nicht weiß und dann diese Marke zu einem anerkannten Prüfer schicke. Der sieht od. ahnt den wirklichen Mio.-Fund, hat genau die gleiche Marke (wertlos) neben sich und schreibt mir "Marke ist gefälscht", schickt mir den Müll zurück, ich sehe keinen Unterschied und zahle die Prüfungskosten... Der Prüfer freut sich, vererbt 10 Jahre später den Fund seinem Kind mit allem, was das Prüferherz begehrt. Genau aus diesem Grunde hab ich keine Lust, irgendwem auch nur eine Marke von mir zu schicken. Als Kind (1962 ca.) wurde ich schon mal beschissen. Und das werde ich ganz sicher nicht mehr. Was soll man da machen? Valeri


jederzeit auch wieder zurückgeben. Die Quelle sind gutbetuchte Leute aus dem Raum Vorderpfalz. Sollte ich den mal nach Berlin zu Schlegels schicken zwecks Prüfung? Ich hab immer Angst, dass die den dann mit einem Stempel auf der Rückseite entwerten oder mir evtl. irgend so was billiges zurückschicken. Wie kann ich sicher gehen, dass ich das so zurückbekomme,wie ich es hinschicke? Valeri Tut mir leid, aber ich brauch mal einen allgemeinen Rat.Stell Dir nur mal vor, ich hätte hier eine Marke, die sich als Wert von 1.000.000 € Wert entpuppt, ich das aber nicht weiß und dann diese Marke zu einem anerkannten Prüfer schicke. Der sieht od. ahnt den wirklichen Mio.-Fund, hat genau die gleiche Marke (wertlos) neben sich und schreibt mir "Marke ist gefälscht", schickt mir den Müll zurück, ich sehe keinen Unterschied und zahle die Prüfungskosten... Der Prüfer freut sich, vererbt 10 Jahre später den Fund seinem Kind mit allem, was das Prüferherz begehrt. Genau aus diesem Grunde hab ich keine Lust, irgendwem auch nur eine Marke von mir zu schicken. Als Kind (1962 ca.) wurde ich schon mal beschissen. Und das werde ich ganz sicher nicht mehr. Was soll man da machen? Valeri
Antwort:
Hallo Valeri, Mißtrauen ist in der Philatelie mehr als angebracht, allerdings braucht es ein gewisses Grundvertrauen, damit irgendwo auch Spaß entstehen kann.

Möchte man dies verifizieren, würde das bedeuten, daß man guten Bekannten (die nur unser „Bestes“ wollen?) natürlich traut, logisch, zumindest aber deren Wissen, Loyalität, Gewissenhaftigkeit u.s.w. unter der Prämisse „Vertrauen ist gut, Kontrolle aber besser“ auf den Prüfstand stellt.

Also ja, den Block sollten Sie auf jeden Fall prüfen lassen, denn auch € 250,--, was dem nahe kommt, was man maximal dafür zahelen sollte, ist Geld, das man sauer verdienen muß. Dazu müssen Sie den Block natürlich aus der Hand geben – und auch jetzt geht es wieder nicht ohne dieses Grundvertrauen. Für dessen Berechtigung gegenüber den Prüfern spricht, daß ich z.B. bis heute von keinem Betrugsversuch eines Prüfers weiß. So etwas wäre ein Skandal allererster Klasse, der das ganze System weltweit in Frage stellen würde.

Eigene Sicherheit gewinnt man dadurch, daß man eine „Prüfsendung“ (siehe Handbuch) gemäß der dortigen Beschreibung ausführt, also Sicherheiten bzw. Nachweise in der Hand hat.

Der nächste Punkt ist der Prüfstempel. Für mich ist er das „non plus ultra“, direkt auf der Marke, immer parat, immer aussagekräftig. Ich lasse jede Marke mit einem Wert über € 25,-- prüfen – und zweifle prinzipiell die „Echtheit“ nicht geprüfter Marken an. Das würde auch jeder Händler oder Auktionator tun - und das ist bei den Unmengen an Fälschungen auch mehr als anzuraten.

Ansonsten ist ein Attest oft gar nicht möglich. Wie soll man es schaffen, sagen wir mal den Berliner von-Stephan-Satz, den man Stück für Stück und in vielen Jahren erstklassig zusammengetragen hat, so prüfen zu lassen, zumal die meisten der von mir gekauften Marken ohnehin schon geprüft sind. Nein, ich will dann, wenn ich eine Marke gekauft habe zeitnah die Bestätigung der Echtheit haben. Und wo wollte und sollte ich eigentlich mit einem eventuellen Berg von 50, 100 oder mehr Attesten hin?
Der Patient "Briefmarkensammeln" liegt schwerkrank danieder. Einiges deutet auf sein Ende hin. Um ihn herum hat sich der gesamte Clan der "Briefmarkenlobby" versammelt. Man ist entsetzt, nur ganz leise grummelnde Unterhaltung. Wie konnte das in nur 40 Jahren so wahnsinnig schnell passieren? Ganz vereinzelte, sehr zaghafte Vorschläge, man solle vielleicht doch einen Arzt hinzuziehen, werden mit einem ebenso leisen, jedoch sehr bestimmtem "das wird doch viel zu teuer" abgeschmettert. Im Übrigen wissen wir doch selbst woran er erkrankt ist. Nochmalige vereinzelte Versuche: "ja, aber, wenn er stirbt, sind wir wirtschaftlich am Ende"! Pessimisten, Schwarzseher! Wenn er überlebt, ist es auch nicht anders - nein wir müssen hoffen, daß er wieder gesund und jung wird und das alles so hinkriegen, daß alles beim Alten bleibt, wir unsere, zugegeben, nicht ganz lauteren, jedoch einträglichen Geschäfte weiter betreiben können. Also laßt uns weiter überlegen - und abwarten - und ein paar von uns sollten immer an seinem Bett bleiben und klagen, hoffen und beten, klagen, hoffen und beten, klagen, hoffen und bet ......
Ja, es ist ja auch wirklich zu schön, wenn man "seine" Käuferschicht, die der jungen, der Spaß-Sammler, so weit hat, daß sie jeden Mist, sei er noch so teuer, sei er noch so unsinnig, unterstützt mit ein paar unsinnigen Werbeslogans, einfach kauft.
Dieser Markt ist wirklich durch und durch krank. Da werden täglich unzählige Male Unwissenheit, Vertrauen und Begeisterung junger und oft auch älterer Menschen einfach mißbraucht und enttäuscht. Motto bei alledem: kommt einer dahinter, dann gibt er eben auf. Na und? Neue kommen doch nach.
Mit dem "Briefmarken-Ratgeber" möchte ich die Basis schaffen, alle Bereiche zu durchleuchten, alles Negative anzuprangern, nach Möglichkeit alle Tricks zu erkennen und zu besprechen. Dazu können, nein, sollten Sie alle beitragen. Beobachten Sie kritisch und melden Sie was Ihnen auffällt.
Der kritische Sammler wird aber auch selbst Positives leben, erleben und entdecken. Und gerade das ist von größtem Interesse und alle sollten es erfahren.
Seien Sie egoistisch: Helfen Sie den Sammlern!
Denken Sie mal über ein zugegeben äußerst einfaches Beispiel nach: von etwas Sammelwürdigem gibt es 1.000 Stück - und 50 Sammler. Klar, sagt da jeder, das ist ein nichts wert, ein billiger Sammelgegenstand. Jetzt sammeln aber 500, der Ein oder Andere hat den Sammelgegenstand 2- oder 3fach, eventuell in unterschiedlichen Varianten, die Nachfrage ist also größer als das Angebot. Die Preise steigen stark. Das macht andere aufmerksam, es kommen weitere Sammler hinzu, die Nachfrage kann nicht mehr gestillt werden, die Preise explodieren.
Nein, das ist nicht die zwangsläufige Entwicklung allen Strebens, aber auch Zwischenstufen machen Spaß. Konzentrieren wir uns also auf Entwicklungsfähiges.
Bei alledem braucht es aber auch und besonders "Wissen", eine weitere wichtige Aufgabe des "Briefmarken-Ratgeber", die, so glaube ich, ideal ergänzt wird durch unser Forum.
Ich kann mir auch vorstellen, daß die kostenlosen Kleinanzeigen, die ausschließlich auf unsere Hobby ausgerichtet sind und die Bereiche kaufen, tauschen und suchen umfassen, helfen werden, Qualität darzustellen und marktgerechte Preise zu gestalten.
In den meisten Bereichen braucht man das Rad jedoch nicht neu erfinden, da gibt es schon hervorragende Erkenntnisse, die wir alle nutzen sollten. Nur die Auswüchse sollten erkannt und ausgemerzt werden, damit unser Hobby wieder in seiner ganzen Breite Spaß macht.