Briefmarken-Ratgeber
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Guten Tag, liebe Briefmarkenfreunde !
Eine von vielen Fragen mit Antwort:
Frage:
Von der 5 Pfennig-Marke der Berliner Serie "Unfallverhütung" wurden 7000 Rollen der 1000er Rollengröße (die geraden Rollennummern sind 4-stellig, also z.B. "0010", die ungeraden dreistellig, z.B. 015) hergestellt, die dann in 700 Rollenstangen á jeweils 10 Rollen konfiguriert wurden. Die 700 Stangendeckel waren für jeden "Postler" nur Abfall und wurden überwiegend auch so behandelt: ab in den Papierkorb. Nur wenige Sammler werden in den Besitz dieser Seltenheit gelangt sein - und dementsprechend ist der eBay-Verkaufserfolg (€ 352,66) mehr als gerechtfertigt.

Ist die Rede nicht von 700 VT, sondern von 1400 (zwei pro Rollenstange) – oder war das bei UV anders?

Um die Schalterabläufe zu vereinfachen und zu beschleunigen, wurden mit den
zwischenzeitlichen technischen Möglichkeiten des Endlosdrucks Marken in
Rollenform von 100 bis 1.000 Stück je Rolle produziert. Rollen mit mehr als 1.000 Stück (bis 10.000) waren Spezialanfertigungen für Massenversender / Großkunden der Post.

Christian

die ungeraden dreistellig, z.B. 015) hergestellt, die dann in 700 Rollenstangen á jeweils 10 Rollen konfiguriert wurden. Die 700 Stangendeckel waren für jeden "Postler" nur Abfall und wurden überwiegend auch so behandelt: ab in den Papierkorb. Nur wenige Sammler werden in den Besitz dieser Seltenheit gelangt sein - und dementsprechend ist der eBay-Verkaufserfolg (€ 352,66) mehr als gerechtfertigt. Ist die Rede nicht von 700 VT, sondern von 1400 (zwei pro Rollenstange) – oder war das bei UV anders? Um die Schalterabläufe zu vereinfachen und zu beschleunigen, wurden mit den zwischenzeitlichen technischen Möglichkeiten des Endlosdrucks Marken in Rollenform von 100 bis 1.000 Stück je Rolle produziert. Rollen mit mehr als 1.000 Stück (bis 10.000) waren Spezialanfertigungen für Massenversender / Großkunden der Post. Christian
Antwort:

Antwort:

Der Michel Spezial nennt für die 5er der Berliner UV-Serie (MiNr. 402) eine Auflage von 11.490.000 Stück. Davon waren 3.600.000 Stück aus speziell für Sammler hergestellten Bogenmarken, was eine Auflage von 7.890.000 Stück Rollenmarken ergibt.

Der Handbuchkatalog Rollenmarken geht weiter ins Detail und führt 700 ROLLEN á 1.000 Stück für diese Rollengröße an, was einer Auflage von 700.000 Stück entspricht. Nun folgt das Kuriosum, daß lt. Michel nur 1.438 Rollen á 500 Stück hergestellt worden seien, was einer Teilauflage von lediglich 719.000 entspräche. Wo sind die fehlenden 7.190.000? Richtig, da fehlt eine Null - es muß heißen 14.380.

Demnach gibt es von der 1.000er-Rolle der MiNr. 402 Berlin nur 70 Stangen á 10 Rollen und demzufolge nur 140 Stangendeckel oder VT (Verschlußteller). Und schon ist der eBay-Preis ein verständlicher, vielleicht sogar günstiger.

Übrigens: entsprechend ist der Katalogpreis für Einzelmarken oder Streifen, Rollenanfänge oder -enden mit Nummern ein höherer, gestempelt sogar mit einem weiteren kräftigen Plus.
Der Patient "Briefmarkensammeln" liegt schwerkrank danieder. Einiges deutet auf sein Ende hin. Um ihn herum hat sich der gesamte Clan der "Briefmarkenlobby" versammelt. Man ist entsetzt, nur ganz leise grummelnde Unterhaltung. Wie konnte das in nur 40 Jahren so wahnsinnig schnell passieren? Ganz vereinzelte, sehr zaghafte Vorschläge, man solle vielleicht doch einen Arzt hinzuziehen, werden mit einem ebenso leisen, jedoch sehr bestimmtem "das wird doch viel zu teuer" abgeschmettert. Im Übrigen wissen wir doch selbst woran er erkrankt ist. Nochmalige vereinzelte Versuche: "ja, aber, wenn er stirbt, sind wir wirtschaftlich am Ende"! Pessimisten, Schwarzseher! Wenn er überlebt, ist es auch nicht anders - nein wir müssen hoffen, daß er wieder gesund und jung wird und das alles so hinkriegen, daß alles beim Alten bleibt, wir unsere, zugegeben, nicht ganz lauteren, jedoch einträglichen Geschäfte weiter betreiben können. Also laßt uns weiter überlegen - und abwarten - und ein paar von uns sollten immer an seinem Bett bleiben und klagen, hoffen und beten, klagen, hoffen und beten, klagen, hoffen und bet ......
Ja, es ist ja auch wirklich zu schön, wenn man "seine" Käuferschicht, die der jungen, der Spaß-Sammler, so weit hat, daß sie jeden Mist, sei er noch so teuer, sei er noch so unsinnig, unterstützt mit ein paar unsinnigen Werbeslogans, einfach kauft.
Dieser Markt ist wirklich durch und durch krank. Da werden täglich unzählige Male Unwissenheit, Vertrauen und Begeisterung junger und oft auch älterer Menschen einfach mißbraucht und enttäuscht. Motto bei alledem: kommt einer dahinter, dann gibt er eben auf. Na und? Neue kommen doch nach.
Mit dem "Briefmarken-Ratgeber" möchte ich die Basis schaffen, alle Bereiche zu durchleuchten, alles Negative anzuprangern, nach Möglichkeit alle Tricks zu erkennen und zu besprechen. Dazu können, nein, sollten Sie alle beitragen. Beobachten Sie kritisch und melden Sie was Ihnen auffällt.
Der kritische Sammler wird aber auch selbst Positives leben, erleben und entdecken. Und gerade das ist von größtem Interesse und alle sollten es erfahren.
Seien Sie egoistisch: Helfen Sie den Sammlern!
Denken Sie mal über ein zugegeben äußerst einfaches Beispiel nach: von etwas Sammelwürdigem gibt es 1.000 Stück - und 50 Sammler. Klar, sagt da jeder, das ist ein nichts wert, ein billiger Sammelgegenstand. Jetzt sammeln aber 500, der Ein oder Andere hat den Sammelgegenstand 2- oder 3fach, eventuell in unterschiedlichen Varianten, die Nachfrage ist also größer als das Angebot. Die Preise steigen stark. Das macht andere aufmerksam, es kommen weitere Sammler hinzu, die Nachfrage kann nicht mehr gestillt werden, die Preise explodieren.
Nein, das ist nicht die zwangsläufige Entwicklung allen Strebens, aber auch Zwischenstufen machen Spaß. Konzentrieren wir uns also auf Entwicklungsfähiges.
Bei alledem braucht es aber auch und besonders "Wissen", eine weitere wichtige Aufgabe des "Briefmarken-Ratgeber", die, so glaube ich, ideal ergänzt wird durch unser Forum.
Ich kann mir auch vorstellen, daß die kostenlosen Kleinanzeigen, die ausschließlich auf unsere Hobby ausgerichtet sind und die Bereiche kaufen, tauschen und suchen umfassen, helfen werden, Qualität darzustellen und marktgerechte Preise zu gestalten.
In den meisten Bereichen braucht man das Rad jedoch nicht neu erfinden, da gibt es schon hervorragende Erkenntnisse, die wir alle nutzen sollten. Nur die Auswüchse sollten erkannt und ausgemerzt werden, damit unser Hobby wieder in seiner ganzen Breite Spaß macht.