Briefmarken-Ratgeber
NEU
Guten Morgen, liebe Briefmarkenfreunde !
Eine von vielen Fragen mit Antwort:
Hallo Herr Köpfer, in mir keimt nach über 30 Jahren aus unbestimmten Gründen wieder der Wunsch, Briefmarken zu sammeln.

In meiner Kindheit (70er/80er Jahre) habe ich die Marken aller Briefe und Postkarten abgelöst und in Steckalben sortiert, derer ich habhaft werden konnte. Irgendwann habe ich dann andere Interessen verfolgt und die Sammelei aufgegeben.
Nun habe ich vor wenigen Tagen das Gerücht gestreut, dass ich wieder anfangen möchte und bin sofort von allen Seiten mit Kartons voller Briefmarken (noch auf Papier, ausgerissen/ -geschnitten) beschenkt worden. Zusätzlich kann ich noch auf meine private Post der letzten 35 Jahre zurückgreifen, da ich alle Briefe und Postkarten, die ich jemals erhalten habe, inkl. der Umschläge aufgehoben habe.

Ich habe Ihre Seiten gründlich studiert und machte mich nun mit den gewonnenen Erkenntnissen an die Aufgabe, das vorhandene Sammelsurium zu sichten und nach sammelwürdigen Marken Ausschau zu halten. Da kam dann schnell Ernüchterung auf: Von den etwa 1.500 Marken, die mir vorliegen, erscheinen mir vielleicht 5 bis 10 sammelwürdig. Ich habe durchaus auch einige Rand- und sogar Eckstücke gefunden, allerdings nur wenige mit idealem Stempel.

Dazu kommen bei mir die folgenden Fragen auf: Bin ich vielleicht selbst zu kritisch, was die Qualität der Marken angeht, oder ist das mir vorliegende Verhältnis von Qualität und Ausschuss als normal anzusehen?
Und (speziell zu den Stempeln): Ich habe einige größere Marken gefunden, bei denen der Bedarfsstempel relativ zentrisch sitzt und gut lesbar ist; allerdings sieht man auf den Marken zusätzlich auch einen Teil des Wellen-/ Werbe- /Sonderstempels. Wird die Marke dadurch \"verunreinigt\", d.h. sammelunwürdig? Oder ist das noch akzeptabel?
Vielen Dank & viele Grüße
Martin

Marken aller Briefe und Postkarten abgelöst und in Steckalben sortiert, derer ich habhaft werden konnte. Irgendwann habe ich dann andere Interessen verfolgt und die Sammelei aufgegeben. Nun habe ich vor wenigen Tagen das Gerücht gestreut, dass ich wieder anfangen möchte und bin sofort von allen Seiten mit Kartons voller Briefmarken (noch auf Papier, ausgerissen/ -geschnitten) beschenkt worden. Zusätzlich kann ich noch auf meine private Post der letzten 35 Jahre zurückgreifen, da ich alle Briefe und Postkarten, die ich jemals erhalten habe, inkl. der Umschläge aufgehoben habe. Ich habe Ihre Seiten gründlich studiert und machte mich nun mit den gewonnenen Erkenntnissen an die Aufgabe, das vorhandene Sammelsurium zu sichten und nach sammelwürdigen Marken Ausschau zu halten. Da kam dann schnell Ernüchterung auf: Von den etwa 1.500 Marken, die mir vorliegen, erscheinen mir vielleicht 5 bis 10 sammelwürdig. Ich habe durchaus auch einige Rand- und sogar Eckstücke gefunden, allerdings nur wenige mit idealem Stempel. Dazu kommen bei mir die folgenden Fragen auf: Bin ich vielleicht selbst zu kritisch, was die Qualität der Marken angeht, oder ist das mir vorliegende Verhältnis von Qualität und Ausschuss als normal anzusehen? Und (speziell zu den Stempeln): Ich habe einige größere Marken gefunden, bei denen der Bedarfsstempel relativ zentrisch sitzt und gut lesbar ist; allerdings sieht man auf den Marken zusätzlich auch einen Teil des Wellen-/ Werbe- /Sonderstempels. Wird die Marke dadurch \"verunreinigt\", d.h. sammelunwürdig? Oder ist das noch akzeptabel? Vielen Dank & viele Grüße Martin
Antwort:
Zuerst einmal möchte ich Sie beglückwünschen, sich diesen wunderbaren Spaß wieder zu gönnen.

Nach meinen Erfahrungen sind weit weniger als 1 % dessen, was den Philateliemarkt überschwemmt, sammelfähig. Insofern liegen Sie mit Ihren Erkenntnissen voll in der Realität. Ich kann oft tagelang eBay durchstreifen, ohne auch nur eine Position gefunden zu haben, die mich interessiert. Die Läger des Handels weisen in Bezug auf von uns gesuchte Stempel überwiegend überhaupt nichts auf.

Und Sie sind keineswegs zu kritisch, das ist gesunder Menschenverstand.

Wir Sammler müssen wohl von dem Anspruch, Briefmarkensammeln sei das Zusammenraffen von Unmengen von Briefmarken, abrücken und uns mit dem wenigen Guten bis sehr Guten "zufrieden" geben.

Wenn ich unser Qualitätsstreben beschreiben sollte, würde ich sagen, daß unsere Objekte (kein Machwerk, keine Abos) ohne Fehl und Tadel sein müssen. Im Bereich gestempelter Briefmarken ist ein sauberer, noch lesbarer (Ort und Datum) und zeitgerechter Stempel (keine Sonder- oder Versandstellenstempel) die Mindestanforderung und, in fließendem Übergang, der perfekt zentrische Stempel die höchste Erfüllung – nur der ist ungeheuer selten. Eines unserer schönsten Vergnügen ist also das, unsere Sammlung in diesem Sinne mit kleinsten Schrittchen allmählich zu „vervollkommnen“.

Und um Ihre Frage zu beantworten: Gut gestempelte Marken, bei denen geringe Teile des „Wellenteils“ zu sehen sind, sind sammelwürdig.
Der Patient "Briefmarkensammeln" liegt schwerkrank danieder. Einiges deutet auf sein Ende hin. Um ihn herum hat sich der gesamte Clan der "Briefmarkenlobby" versammelt. Man ist entsetzt, nur ganz leise grummelnde Unterhaltung. Wie konnte das in nur 40 Jahren so wahnsinnig schnell passieren? Ganz vereinzelte, sehr zaghafte Vorschläge, man solle vielleicht doch einen Arzt hinzuziehen, werden mit einem ebenso leisen, jedoch sehr bestimmtem "das wird doch viel zu teuer" abgeschmettert. Im Übrigen wissen wir doch selbst woran er erkrankt ist. Nochmalige vereinzelte Versuche: "ja, aber, wenn er stirbt, sind wir wirtschaftlich am Ende"! Pessimisten, Schwarzseher! Wenn er überlebt, ist es auch nicht anders - nein wir müssen hoffen, daß er wieder gesund und jung wird und das alles so hinkriegen, daß alles beim Alten bleibt, wir unsere, zugegeben, nicht ganz lauteren, jedoch einträglichen Geschäfte weiter betreiben können. Also laßt uns weiter überlegen - und abwarten - und ein paar von uns sollten immer an seinem Bett bleiben und klagen, hoffen und beten, klagen, hoffen und beten, klagen, hoffen und bet ......
Ja, es ist ja auch wirklich zu schön, wenn man "seine" Käuferschicht, die der jungen, der Spaß-Sammler, so weit hat, daß sie jeden Mist, sei er noch so teuer, sei er noch so unsinnig, unterstützt mit ein paar unsinnigen Werbeslogans, einfach kauft.
Dieser Markt ist wirklich durch und durch krank. Da werden täglich unzählige Male Unwissenheit, Vertrauen und Begeisterung junger und oft auch älterer Menschen einfach mißbraucht und enttäuscht. Motto bei alledem: kommt einer dahinter, dann gibt er eben auf. Na und? Neue kommen doch nach.
Mit dem "Briefmarken-Ratgeber" möchte ich die Basis schaffen, alle Bereiche zu durchleuchten, alles Negative anzuprangern, nach Möglichkeit alle Tricks zu erkennen und zu besprechen. Dazu können, nein, sollten Sie alle beitragen. Beobachten Sie kritisch und melden Sie was Ihnen auffällt.
Der kritische Sammler wird aber auch selbst Positives leben, erleben und entdecken. Und gerade das ist von größtem Interesse und alle sollten es erfahren.
Seien Sie egoistisch: Helfen Sie den Sammlern!
Denken Sie mal über ein zugegeben äußerst einfaches Beispiel nach: von etwas Sammelwürdigem gibt es 1.000 Stück - und 50 Sammler. Klar, sagt da jeder, das ist ein nichts wert, ein billiger Sammelgegenstand. Jetzt sammeln aber 500, der Ein oder Andere hat den Sammelgegenstand 2- oder 3fach, eventuell in unterschiedlichen Varianten, die Nachfrage ist also größer als das Angebot. Die Preise steigen stark. Das macht andere aufmerksam, es kommen weitere Sammler hinzu, die Nachfrage kann nicht mehr gestillt werden, die Preise explodieren.
Nein, das ist nicht die zwangsläufige Entwicklung allen Strebens, aber auch Zwischenstufen machen Spaß. Konzentrieren wir uns also auf Entwicklungsfähiges.
Bei alledem braucht es aber auch und besonders "Wissen", eine weitere wichtige Aufgabe des "Briefmarken-Ratgeber", die, so glaube ich, ideal ergänzt wird durch unser Forum.
Ich kann mir auch vorstellen, daß die kostenlosen Kleinanzeigen, die ausschließlich auf unsere Hobby ausgerichtet sind und die Bereiche kaufen, tauschen und suchen umfassen, helfen werden, Qualität darzustellen und marktgerechte Preise zu gestalten.
In den meisten Bereichen braucht man das Rad jedoch nicht neu erfinden, da gibt es schon hervorragende Erkenntnisse, die wir alle nutzen sollten. Nur die Auswüchse sollten erkannt und ausgemerzt werden, damit unser Hobby wieder in seiner ganzen Breite Spaß macht.