Briefmarken-Ratgeber
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Guten Morgen, liebe Briefmarkenfreunde !
Eine von vielen Fragen mit Antwort:
Hallo Herr Köpfer,

ich habe ein Angebot mit einer sagen wir mal interessanten Preisvorstellung entdeckt. Wenn man die Seiten des Anbieters durchschaut, entdeckt man einige Kuriositäten aber auch Raritäten. Zum Schmökern eine schöne Sache, zum Kaufen eher weniger.
Eine ganze Reihe dieser Stücke habe ich zuvor schon auf Ebay gesehen;
Das zeigt dass hier immer wieder Topstücke angeboten werden.

Zum folgenden würde ich gerne Ihre Meinung hören.

Mein Schätzung wäre, dass hier ein Preis von ca. 20 € bei Ebay zu erzielen wäre, was den Anbieter wohl entsetzen würde.

http://briefmarken-baumeister.de/jahrgang-1949-1954-mi-nr-111-203/5171-mi-nr-158-1-auflage-mit-formnummer-4-gestempelt.html

Schöne Grüße und schönen Tag

Christian

Kuriositäten aber auch Raritäten. Zum Schmökern eine schöne Sache, zum Kaufen eher weniger. Eine ganze Reihe dieser Stücke habe ich zuvor schon auf Ebay gesehen; Das zeigt dass hier immer wieder Topstücke angeboten werden. Zum folgenden würde ich gerne Ihre Meinung hören. Mein Schätzung wäre, dass hier ein Preis von ca. 20 € bei Ebay zu erzielen wäre, was den Anbieter wohl entsetzen würde. http://briefmarken-baumeister.de/jahrgang-1949-1954-mi-nr-111-203/5171-mi-nr-158-1-auflage-mit-formnummer-4-gestempelt.html Schöne Grüße und schönen Tag Christian
Antwort:
Da sind einige schöne oder gar sehr schöne Objekte darunter - das meiste halte ich jedoch für eher nicht sammelwürdig. Es ist hier gut zu erkennen, wie die Preise sich an der Qualität orientieren. Nur, das teure (nicht überteuerte) ist seinen Preis wert, das billigere oder billige meist um 100 % überteuert. Würden wir als Sammler solche Stücke diesem oder anderen Händlern zum Kauf anbieten, würden die bemängeln, daß sie nicht geprüft sind, nicht prüfbar sind, schlecht bis miserabel gestempelt sind, unruhige Zähnung haben und und und - kaufen würden sie so etwas jedenfalls nicht.

Ich denke, wir sollten uns daran gewöhnen, daß Q1 kaum billig zu erwerben ist - aber die einzige Qualitätsstufe darstellt, die ihren Wert behält. Im Umkehrschluß hieße dies, wie schon mehrfach von mir gesagt, daß (fast) alle "Schnäppchen" Totalverlust sind.

Wer daran zweifelt, sollte mal einen Selbstversuch machen: Kaufen Sie mal eins, zwei oder drei solcher Angebote und bieten Sie dann einem anderen Händler an. Sie werden Augen machen!
Der Patient "Briefmarkensammeln" liegt schwerkrank danieder. Einiges deutet auf sein Ende hin. Um ihn herum hat sich der gesamte Clan der "Briefmarkenlobby" versammelt. Man ist entsetzt, nur ganz leise grummelnde Unterhaltung. Wie konnte das in nur 40 Jahren so wahnsinnig schnell passieren? Ganz vereinzelte, sehr zaghafte Vorschläge, man solle vielleicht doch einen Arzt hinzuziehen, werden mit einem ebenso leisen, jedoch sehr bestimmtem "das wird doch viel zu teuer" abgeschmettert. Im Übrigen wissen wir doch selbst woran er erkrankt ist. Nochmalige vereinzelte Versuche: "ja, aber, wenn er stirbt, sind wir wirtschaftlich am Ende"! Pessimisten, Schwarzseher! Wenn er überlebt, ist es auch nicht anders - nein wir müssen hoffen, daß er wieder gesund und jung wird und das alles so hinkriegen, daß alles beim Alten bleibt, wir unsere, zugegeben, nicht ganz lauteren, jedoch einträglichen Geschäfte weiter betreiben können. Also laßt uns weiter überlegen - und abwarten - und ein paar von uns sollten immer an seinem Bett bleiben und klagen, hoffen und beten, klagen, hoffen und beten, klagen, hoffen und bet ......
Ja, es ist ja auch wirklich zu schön, wenn man "seine" Käuferschicht, die der jungen, der Spaß-Sammler, so weit hat, daß sie jeden Mist, sei er noch so teuer, sei er noch so unsinnig, unterstützt mit ein paar unsinnigen Werbeslogans, einfach kauft.
Dieser Markt ist wirklich durch und durch krank. Da werden täglich unzählige Male Unwissenheit, Vertrauen und Begeisterung junger und oft auch älterer Menschen einfach mißbraucht und enttäuscht. Motto bei alledem: kommt einer dahinter, dann gibt er eben auf. Na und? Neue kommen doch nach.
Mit dem "Briefmarken-Ratgeber" möchte ich die Basis schaffen, alle Bereiche zu durchleuchten, alles Negative anzuprangern, nach Möglichkeit alle Tricks zu erkennen und zu besprechen. Dazu können, nein, sollten Sie alle beitragen. Beobachten Sie kritisch und melden Sie was Ihnen auffällt.
Der kritische Sammler wird aber auch selbst Positives leben, erleben und entdecken. Und gerade das ist von größtem Interesse und alle sollten es erfahren.
Seien Sie egoistisch: Helfen Sie den Sammlern!
Denken Sie mal über ein zugegeben äußerst einfaches Beispiel nach: von etwas Sammelwürdigem gibt es 1.000 Stück - und 50 Sammler. Klar, sagt da jeder, das ist ein nichts wert, ein billiger Sammelgegenstand. Jetzt sammeln aber 500, der Ein oder Andere hat den Sammelgegenstand 2- oder 3fach, eventuell in unterschiedlichen Varianten, die Nachfrage ist also größer als das Angebot. Die Preise steigen stark. Das macht andere aufmerksam, es kommen weitere Sammler hinzu, die Nachfrage kann nicht mehr gestillt werden, die Preise explodieren.
Nein, das ist nicht die zwangsläufige Entwicklung allen Strebens, aber auch Zwischenstufen machen Spaß. Konzentrieren wir uns also auf Entwicklungsfähiges.
Bei alledem braucht es aber auch und besonders "Wissen", eine weitere wichtige Aufgabe des "Briefmarken-Ratgeber", die, so glaube ich, ideal ergänzt wird durch unser Forum.
Ich kann mir auch vorstellen, daß die kostenlosen Kleinanzeigen, die ausschließlich auf unsere Hobby ausgerichtet sind und die Bereiche kaufen, tauschen und suchen umfassen, helfen werden, Qualität darzustellen und marktgerechte Preise zu gestalten.
In den meisten Bereichen braucht man das Rad jedoch nicht neu erfinden, da gibt es schon hervorragende Erkenntnisse, die wir alle nutzen sollten. Nur die Auswüchse sollten erkannt und ausgemerzt werden, damit unser Hobby wieder in seiner ganzen Breite Spaß macht.