Briefmarken-Ratgeber
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Guten Morgen, liebe Briefmarkenfreunde !
Eine von vielen Fragen mit Antwort:
Frage:
Sehr geehrter Herr Köpfer!

Ich stimme Ihren Ansichten zu 99 % überein. Nur einen einzigen Punkt sehe ich
etwas differenzierter, was auch daran liegen kann, daß ich mal mit Diamanten
gehandelt habe und diese in Antwerpen habe prüfen lassen. Dort gibt es die 4 C:
Carat, Color, Clarity und Cut. Je nachdem ob und wie viele kleinste Einschlüsse
z.B. man bei 10-facher Vergrößerung sehen kann, bestimmt dies dann den Wert
bzw. Preis eines Diamanten. Und aus diesem Grunde gehört für mich persönlich
eine Berlin-Marke, nehmen wir mal die Mi. 69, 20 PF Währungsgeschädigte mit
einer Gesamtauflage von ca. 98.000 mit zentrischem Berliner Vollstempel, bei der
ein einziger Zahn nur zu 75 % vorhanden ist - nicht - in den Papierkorb. Diese
hat dann eben wie bei den 4 "C" in der Diamantenbranche nicht die Note 1, sondern
eben die Note 2. Ähnlich ist dies auch bei Kunst, Antik, Oldtimern und anderen
Sammelobjekten.
Ich weiß, Sie sehen dies anders, jedoch bin ich ansonsten zu 99 % auf Ihrer
Wellenlänge und Ihrer Ansicht.

Nun zu meiner eigentlichen Frage.

Sie hatten an einer Stelle mal erwähnt, daß Berliner Stempel von
Zweigpostämtern wesentlich seltener seien, was ich allgemein gesprochen auch
bestätigen kann.

Jedoch sind Berliner Stempel von Zweigpostämtern im Stempel-Handbuch von Martin
Schröter aus dem Jahr 1987 (mit Nachtrag von 1992) oft mit Null (0) Punkten
bewertet, also ohne Aufschlag, obwohl es ein Zweigpostamt ist, und auch jene von
Ihnen an anderer Stelle erwähnten.

1 Punkt = + 10,-
2 Punkte = + 20.-
3 Punkte = + 30.-
4 Punkte = über 50,-
5 Punkte = über 80,-

sind die Bewertungen für die einzelnen Stempel auf Brief, damals noch in der
Währung DM.

Könnten Sie hier freundlicherweise einen Kommentar zu geben?

Vielen Dank im Voraus!

Mit freundlichen Grüßen,

Lars J.


ich mal mit Diamanten gehandelt habe und diese in Antwerpen habe prüfen lassen. Dort gibt es die 4 C: Carat, Color, Clarity und Cut. Je nachdem ob und wie viele kleinste Einschlüsse z.B. man bei 10-facher Vergrößerung sehen kann, bestimmt dies dann den Wert bzw. Preis eines Diamanten. Und aus diesem Grunde gehört für mich persönlich eine Berlin-Marke, nehmen wir mal die Mi. 69, 20 PF Währungsgeschädigte mit einer Gesamtauflage von ca. 98.000 mit zentrischem Berliner Vollstempel, bei der ein einziger Zahn nur zu 75 % vorhanden ist - nicht - in den Papierkorb. Diese hat dann eben wie bei den 4 "C" in der Diamantenbranche nicht die Note 1, sondern eben die Note 2. Ähnlich ist dies auch bei Kunst, Antik, Oldtimern und anderen Sammelobjekten. Ich weiß, Sie sehen dies anders, jedoch bin ich ansonsten zu 99 % auf Ihrer Wellenlänge und Ihrer Ansicht. Nun zu meiner eigentlichen Frage. Sie hatten an einer Stelle mal erwähnt, daß Berliner Stempel von Zweigpostämtern wesentlich seltener seien, was ich allgemein gesprochen auch bestätigen kann. Jedoch sind Berliner Stempel von Zweigpostämtern im Stempel-Handbuch von Martin Schröter aus dem Jahr 1987 (mit Nachtrag von 1992) oft mit Null (0) Punkten bewertet, also ohne Aufschlag, obwohl es ein Zweigpostamt ist, und auch jene von Ihnen an anderer Stelle erwähnten. 1 Punkt = + 10,- 2 Punkte = + 20.- 3 Punkte = + 30.- 4 Punkte = über 50,- 5 Punkte = über 80,- sind die Bewertungen für die einzelnen Stempel auf Brief, damals noch in der Währung DM. Könnten Sie hier freundlicherweise einen Kommentar zu geben? Vielen Dank im Voraus! Mit freundlichen Grüßen, Lars J.
Antwort:
Antwort:
Meine Ansichten sind kein Dogma, sondern der Versuch, für ein schönes Spiel Spielregeln zu finden - frei für eine positive Weiterentwicklung.

Ihren Vergleich mit Edelsteinen nehme ich gerne auf, möchte ihn allerdings noch herunterbrechen auf "Steine". Alle Briefmarken wären (sind) demnach Steine, also in ungeheuren Massen vorkommend. In unterschiedlichster Ausprägung, schöne, nein sehr schöne, traumhaft schöne - aber massenhaft. Die besseren, die besten Steine sind die gesuchten. Je gesuchter, desto besser. Wenn wir nun die MiNr. 69 nehmen, dann ist die, lesbar gestempelt, also prüfbar, etwas wert. Sie ist gesucht. Für den ernsthaften Sammler, wird sie, zentrisch, vielleicht noch von einem kleinen Berliner Postamt gestempelt, zu einer kleinen Präziose. Nennen wir das den "besonderen Schliff". Und jetzt stellen wir uns vor, dieser auf den ersten Blick wunderbar aussehende Schliff hat eine "Delle" oder kurzen Zahn - Reparatur kommt bei Briefmarken nicht in Frage. Ergebnis: nicht sammelwürdig - aber es gibt Sammler, die sich damit zufrieden geben, die vielleicht den Preis sogar kräftig herunterhandeln. Sich freuen, eine Lücke geschlossen zu haben. Irgendwann möchte man, oder Erbe, dann verkaufen. Jetzt möchte ich einen Sammelfreund zitieren, der ein Leben lang "Altdeutschland" zu besonders günstigen Preisen von SEINEM Briefmarkenhändler erstand: Er bekam nicht den Gegenwert seiner Alben geboten. Wer von diese Gefahr weiß, muß sich entscheiden, ganz frei, da redet ihm niemand rein.

Stempel kleiner Berliner Postämter: Nein, es gibt keine offizielle Liste der Wertigkeit Berliner Postämter. Es ist einfach Tatsache, dass die "normalen" Postämter oder gar deren Nebenstellen, besonders gesucht und auch beboten werden, wie hoch, das ist Sache jedes Einzelnen es macht aber Spaß, zu sehen, was besonders erfrischend aussehende Angebote für Ergebnisse erzielen.

Was die relative Bewertung der Stellung eines Stempels anbetrifft, hatte ich mal einen Versuch unternommen, so etwas aufzubauen. Sammler haben das übernommen, Kataloge werden davon Abstand nehmen. Deren Handeln ist von Wirtschaftlichkeit geprägt - und da ist für den Sammler kein Platz. Außer als Käufer. Trotzdem möchte ich die Spezialkataloge vom Michel loben. Sieht man vom Preis für die Kataloge selbst ab und auch von den undifferenzierten, seit vielen Jahren starren, an deren eigentlichem Wert völlig vorbeigehenden Markenbewertungen ab, sind sie konkurrenzlos.
Der Patient "Briefmarkensammeln" liegt schwerkrank danieder. Einiges deutet auf sein Ende hin. Um ihn herum hat sich der gesamte Clan der "Briefmarkenlobby" versammelt. Man ist entsetzt, nur ganz leise grummelnde Unterhaltung. Wie konnte das in nur 40 Jahren so wahnsinnig schnell passieren? Ganz vereinzelte, sehr zaghafte Vorschläge, man solle vielleicht doch einen Arzt hinzuziehen, werden mit einem ebenso leisen, jedoch sehr bestimmtem "das wird doch viel zu teuer" abgeschmettert. Im Übrigen wissen wir doch selbst woran er erkrankt ist. Nochmalige vereinzelte Versuche: "ja, aber, wenn er stirbt, sind wir wirtschaftlich am Ende"! Pessimisten, Schwarzseher! Wenn er überlebt, ist es auch nicht anders - nein wir müssen hoffen, daß er wieder gesund und jung wird und das alles so hinkriegen, daß alles beim Alten bleibt, wir unsere, zugegeben, nicht ganz lauteren, jedoch einträglichen Geschäfte weiter betreiben können. Also laßt uns weiter überlegen - und abwarten - und ein paar von uns sollten immer an seinem Bett bleiben und klagen, hoffen und beten, klagen, hoffen und beten, klagen, hoffen und bet ......
Ja, es ist ja auch wirklich zu schön, wenn man "seine" Käuferschicht, die der jungen, der Spaß-Sammler, so weit hat, daß sie jeden Mist, sei er noch so teuer, sei er noch so unsinnig, unterstützt mit ein paar unsinnigen Werbeslogans, einfach kauft.
Dieser Markt ist wirklich durch und durch krank. Da werden täglich unzählige Male Unwissenheit, Vertrauen und Begeisterung junger und oft auch älterer Menschen einfach mißbraucht und enttäuscht. Motto bei alledem: kommt einer dahinter, dann gibt er eben auf. Na und? Neue kommen doch nach.
Mit dem "Briefmarken-Ratgeber" möchte ich die Basis schaffen, alle Bereiche zu durchleuchten, alles Negative anzuprangern, nach Möglichkeit alle Tricks zu erkennen und zu besprechen. Dazu können, nein, sollten Sie alle beitragen. Beobachten Sie kritisch und melden Sie was Ihnen auffällt.
Der kritische Sammler wird aber auch selbst Positives leben, erleben und entdecken. Und gerade das ist von größtem Interesse und alle sollten es erfahren.
Seien Sie egoistisch: Helfen Sie den Sammlern!
Denken Sie mal über ein zugegeben äußerst einfaches Beispiel nach: von etwas Sammelwürdigem gibt es 1.000 Stück - und 50 Sammler. Klar, sagt da jeder, das ist ein nichts wert, ein billiger Sammelgegenstand. Jetzt sammeln aber 500, der Ein oder Andere hat den Sammelgegenstand 2- oder 3fach, eventuell in unterschiedlichen Varianten, die Nachfrage ist also größer als das Angebot. Die Preise steigen stark. Das macht andere aufmerksam, es kommen weitere Sammler hinzu, die Nachfrage kann nicht mehr gestillt werden, die Preise explodieren.
Nein, das ist nicht die zwangsläufige Entwicklung allen Strebens, aber auch Zwischenstufen machen Spaß. Konzentrieren wir uns also auf Entwicklungsfähiges.
Bei alledem braucht es aber auch und besonders "Wissen", eine weitere wichtige Aufgabe des "Briefmarken-Ratgeber", die, so glaube ich, ideal ergänzt wird durch unser Forum.
Ich kann mir auch vorstellen, daß die kostenlosen Kleinanzeigen, die ausschließlich auf unsere Hobby ausgerichtet sind und die Bereiche kaufen, tauschen und suchen umfassen, helfen werden, Qualität darzustellen und marktgerechte Preise zu gestalten.
In den meisten Bereichen braucht man das Rad jedoch nicht neu erfinden, da gibt es schon hervorragende Erkenntnisse, die wir alle nutzen sollten. Nur die Auswüchse sollten erkannt und ausgemerzt werden, damit unser Hobby wieder in seiner ganzen Breite Spaß macht.